Brügge

Zugegebenermaßen bin ich erst durch den Film „Brügge sehen… und sterben?“ auf diesen Ort aufmerksam geworden. Ohne zu viel zu spoilern, geht’s in dem Film darum, dass Ray (ein Auftragskiller) vor seinem Tod noch etwas schönes sehen soll, nämlich die wunderschöne mittelalterliche Altstadt Brügges.

Ich schließe mich der Meinung an, dass man Brügge unbedingt gesehen haben muss, bevor einen irgendwann das Zeitliche segnet!

 

Das es sich bei Brügge um etwas Besonderes handelt zeigt alleine schon, dass der gesamte mittelalterliche Stadtkern im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Der Stadtkern ist rundgerum von einem Kanal umgeben, dahinter befindet sich ein Wall mit Mühlen drauf - klingt kitschig, ist aber wunderschön. Und da die Stadt nie durch einen Krieg oder Freuer zerstört wurde, befinden sich alle Gebäude innerhalb der früheren Stadtmauer ist einem tadellosen Zustand. Hier kann man wunderschöne mittelalterliche Gebäude und Gassen entdecken, und Grachten befahren. Man fühlt sich fast in der Zeit zurück versetzt.

 

Das erste Mal waren wir hier im Winter 2010. Danach zog es uns bis heute noch häufig hierher, mal alleine, mal brachten wir Freunde mit – und wir werden sicher wieder kommen. Es ist empfehlenswert sich schon 2-3 Tage Zeit zu nehmen, um das Städtchen zu erkunden. Wir haben uns mehr für die historischen Gebäude interessiert, man kann in Brügge aber auch viele Museen besichtigen, super Shoppen oder sich Kunstausstellungen anschauen.

 

Hier eine Auswahl unserer Highlights!

die Grachten

Ist man einige Tage in Brügge, so ist eine Grachtenfahrt unerlässlich!

 

Über einen Seearm der Nordsee und das kanalisierte Flüsschen Reie war die Stadt im Mittelalter direkt mit dem Meer verbunden und konnte so am Fernhandel partizipieren. Gehandelt wurde mit Wolle aus England, Gewürzen und Brokat aus Italien, Pelzen und Hölzer aus Russland, Lammfellen aus Spanien, Wein aus Frankreich und Gobelins aus Flandern - die Region um Brügge wurde zu einem Zentrum der Textilherstellung. Brügge war damals der wichtigste Fernhandelsplatz in Flandern und entwickelte sich im 14. – 15. Jahrhundert wirtschaftlich und kulturell zu einer der reichsten Städte Europas.

 

Zum Ende des 15. Jahrhunderts war die Blütezeit dann leider zu Ende. Die Zwin (der Seeearmt zur Nordsee) versandete und Brügge war von der Nordsee und dem Handel abgeschnitten. Die Stadt verlor ihre wirtschaftliche Bedeutung und musste ihre führende Position an Antwerpen abgeben.

 

Auch wenn die Kanäle schon lange nicht mehr zum Transport von Waren genutzt werden, auf den vielen Grachten, die hier „Reien“ genannt werden, kann man heute mit den Boot fahren.

Von den Kanälen aus, die die Stadt wie Adern durchziehen, entdeckt man versteckte Gärten und malerische wunderschöne Eckchen, während man sanft durchs Wasser gleitet.

Es gibt unzählige Abfahrtsstellen über den südlichen Stadtkern verteilt.


der belfried

Der den Markt beherrschende Belfried, typischen für flämische Stadte aus den Mittelalter, ist bereits seit Jahrhunderten das stolze Aushängeschild der Stadt. Er ist 83 m hoch und wurde bereits im 13. Jahrhundert erbaut. Der sportlich veranlagten Besucher, der mutig die 366 Treppen steigt, wird mit einer unvergleichlich schönen Aussicht über die Stadt belohnt.

 

Das für Belfriede typische Carillon (Glockenspiel) erklingt jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag jeweils um 14.15 Uhr. In Brügge ist es eins der Größten mit 47 Bronzeglocken aus dem 17. Jahrhundert und wird hier mechanisch mittels einer Walze gespielt.

 

Im Spätmittelalter demonstrierte der alle Bauwerke der Stadt überragende Turm die Macht des selbstbewussten reichen Bürgertums und diente als Wachturm in Kriegszeiten, bei Brand und sonstigem Unheil. Noch heute darf ihn kein Neubau überragen.


der Markt

Der „Grote Markt“ befindet sich genau im Zentrum des mittelalter-lichen Stadtkerns. In dessen Mitte stehen die Denkmäler von Jan Breydel und Pieter de Coninck, die Brügge im Jahre 1302 gegen die Franzosen verteidigt haben. Auf der Ostseite des Platzes kann man den Provinzialpalast bestaunen, ein Bauwerk im neugotischen Stil. Zur einer Seite davon befindet sich das Historium, eine Erlebnisattraktion die ich nicht unbedingt empfehlen kann. Man zahlt viel Geld um sich einige kurze Filmchen anzusehen. Zur anderen Seite schließt sich das Biermuseum an. Dieses ist ganz nett gemacht, ich würde allerding eine Brauereiführung eher empfehlen. Auf der Nordseite des Platzes befinden sich liebevoll restaurierte und prachtvoll verzierte Giebelhäuser, in denen sehr leckere Restaurant untergebracht sind.  Die Südseite wird vom Belfried beherrscht. Unbedingt noch zu erwähnen ist aber die "Alte Börse" an der Westseite des Platzes - das frühere Gasthaus der Familie Van der Buerse ist als Geburtshaus der heutigen weltweiten Börsenplätze.

 

Farbenprächtige Fassaden, das Hufgeklapper von Pferden (wer Brügge gerne in einer Pferdekutsche erkunden möchte, findet hier garantiert einen freien Kutscher), einen heißen Kaffee in der Hand und die Aussicht genießen.

 

Auch Cacher kommen hier auf Ihre Kosten. GC4XMCM ist wirklich toll gemacht und eignet sich hervorragend für einen so muggeligen Ort. Völlig unbemerkt von anderen Touristen nimmt man hier den Platz nochmals genauer in Augenschein.


De Halve Maan - Brauerei

Am Platz wo sich Walstraat und Walplein kreuzen, befindet sich eine sehenswerte belgische Bierbrauerei. De Halve Maan wird mittlerweile in 6. Generation geführt und empfielt sich nicht nur dem geneigten Biertrinker.

 

Sie ist die letzte Brauerei im Herzen von Brügge, die immer noch als Familienbetrieb geführt wird. 1856 wurde De Halve Maan von Leon Maes (genannt Henri I.) gegründet, der mit seinem Onkel ein traditionelles obergäriges Bier mit säuerlichem Geschmack braute. Im Laufe der Jahrhunderte übernahmen die jeweiligen Söhne den Betrieb. Mal wurde eher englisch gebraut (Stout und Pale Ale) mal belgisch, mal obergärig, mal untergärig (Pils).

1905 waren die Söhne noch zu klein, die Witwen der Brüder Henri II und Achère Maes führten den Betrieb durch den 1. Weltkrieg. Als Henri III. dann alt genug war, übernahm er den Betrieb. Wieder hielten neue Brautechniken Einzug – man ging mit der Zeit.

Bis in die 50ger Jahre wurde in Brügge das Bier noch mit dem Pferdekarren nach Hause geliefert, die Nachfrage nahm aber so stark zu, dass man auf Kleintransporter umstieg.

1981 übernahm (nach den Witwen) wieder eine Frau den Betrieb. Veronique Maes, sie hatte keine Brüder, entwickelte mit Ihrem Vater Henri VI das Bier „Straffe Hendrik“ welches noch heute zu den Hauptbieren der Brauerei zählt.

Wieder eine Generation weiter entwickelte 2005 Xavier Vanneste, Sohn von Véronique Maes, das “Brugse Zot”, ein Bier, das nach einer einzigartigen Rezeptur entwickelt und in der Innenstadt von Brügge gebraut wird. Das “Brugse Zot” wird zum Brügger Stadtbier!

Aufgrund der zunehmenden Popularität muss die Brauerei De Halve Maan ihre Kapazität mehrmals erweitern. Schon lange reicht der Platz in der ursprünglichen Brauerei im Herzen der Altstadt nicht mehr aus. Eine große Abfüllanlage in Brügger Industriepark entsteht. Aber wie bekommt man die täglichen 120.000l - 150.000l Bier durch die touristischen und verwinkelten Straßen der Altstadt? Die Lösung: eine Pipeline von der Brauerei bis zur Abfüllablage.

Sechs Generationen von Brauern folgten in einer ununterbrochenen Linie seit 1856, und jede hatte dasselbe Ziel: Mit Respekt vor der Tradition eine überragende und optimale Qualität für ihre Biere zu erlangen!

 

Die Führung durch das Brauereimuseum, in dem man die alten traditionellen Braumethoden sehen kann, ist absolut zu empfehlen. Natürlich ist die Bierprobe am Ende im Preis inbegriffen!

die Zuckerbäcker von Brügge

Wer etwas Glück hat, kann an 2 Tagen die Woche im Schaufester des Candyshops Confiserie Zucchero auf der Mariastraat dabei zusehen, wie Bonbons, Lollies oder andere Leckereien hergestellt werden.

 

Natürlich gibt es in Brügge unzählige andere Läden für Naschkatzen. Geschäfte mit Pralinen, Nougat, Schockolade, Bonbons und weiterem Hüftgold findet man hier an jeder Ecke...


die ruhige Nordstadt

Wer es zwar hübsch aber doch eher ruhig mag, der unternimmt einen Streifzug durch die nördliche Altstadt. Hier sind die Häuser und Gassen genau so malerisch wie im überlaufenen Zentrum oder Süden der historischen Innenstadt, aber hierhin verlaufen sich bei weitem nicht so viel Touristen. Oft hat man sogar das Gefühl, ganz alleine in Brügge zu sein...


Brügge bei nacht

So wunderschön sich der mittelalterliche Stadtkern am Tage präsentiert, Nachts ist es hier so viel romantischer. Wenn die meisten Touristen schon im Hotel sind, man nur hier und da entferntes Gelächter hört und die Stadt in eine friedliche Stimmung getaucht ist, dann entfaltet sich nochmals ein ganz besonderer Flair...

 

Die Gassen die man am Tage erkundet hat, wirken jetzt mal gespenstisch, mal romantisch und dann wieder mystisch. Und wer dann noch das unverschämte Glück hat und etwas Nebel kommt auf oder es beginnt gerade zu schneien, der fühlt sich in eine Traumwelt versetzt. Also nehmt euch die Zeit, geht abends noch in eine Bar oder ein Pub und macht danach einen Spaziergang durchs das traumhaft schöne Brügge.

Sint-Salvatorkathedrale

Brügge besitzt unzählige schöne und sehenswerte Kirchen. Eine davon ist die Sint-Salvatorkathedrale. Ein eindrucksvolles, im gotischen Stil erbautes Gotteshaus auf der Steenstraat. Der Bau der jetzigen Nachfolgerkirche (von der früheren romanischen Kirche sind nur noch Fundamente übrig) begann im 13. Jahrhundert und wurde bis zu seiner jetzigen Gestalt immer wieder verändert und erweitert.

 

Es handelt sich um die Hauptkirche der Stadt, in deren Inneraum es einiges zu sehen gibt! Hier wird einem der Blick in Gräber aus dem Mittelalter gewährt, die seiner Zeit von innen bemalt wurden. Eine wunderschöne Orgel, beeindruckende Fenster sowie eine reichhaltige Sammlung flämischer Malerei gehören zur eindrucksvollen Ausstattung. Die Schatzkammer der Kathedrale beherbergt unter anderem Gemälde altflämischer Meister wie Dierick Bouts und Hugo van der Goes.

 

Wer also durch die Straßen schlendert und vor den Toren der St.-Salvatorkathedrale stehen bleibt, der sollte ruhig einmal hinein gehen - sie ist kostenfrei für Besucher zugänglich.



Dies ist nur eine kleine Auswahl der Brügger Highlights.

Der Rathausplatz, die Basilika des Heiligen Blutes, der Fischmarkt, die Liebfrauenkirche, der Beginenhof, die Mühlen auf dem Stadtwall, die Stinftungshäuser und und und… eigentlich gibt’s hier an jeder Ecke etwas zu entdecken.

 

Wer nicht viel Kohle hat, der steuert das Backpacker Hostel mitten im Herzen der Stadt an. Für ein paar Euro mehr können wir das Hotel Malleberg sehr empfehlen. Ein familiengeführtes kleines Hotel, welches nur wenige Meter vom Rathaus entfernt in einem typischen Brügger Herrenhaus untergebracht ist. Tolle Zimmer, super freundliches Personal und das leckere Frühstück nimmt man immer Kellergewölbe ein.

 

Bei unseren verschiedenen Besuchen der Stadt haben wir überall immer sehr lecker gegessen und können uns bei den vielen tollen Restaurants, Cafés und Bars für keines richtig entscheiden. Einfach ausprobieren, hier ist es überall super!

 

Für Geocacher lohnt es sich die vielen versteckten Gassen mit Hilfe einiger Multi-Caches zu entdecken. Mit Diesen haben wir gute Erfahrungen gemacht: GCXKWY - Belle LettereGC68EBC- the old Town 1, GC68EBN - the old town 2 und  GC68EC0 - the old town 3.